in Vorbereitung:

Anthologie der polnischen Dichtung



02.09.2010

Hauptseite kulturelle Zeitschriften Suche

Herausgeber:



wichtige Links
Ministerium für Kultur und Nationalerbschaft - Ministerstwo Kultury i Dziedzictwa Narodowego Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten - Ministerstwo Spraw Zagranicznych Polnische Institute Berlin - Deutschland Bratislava - Slowakei Bukarest - Rumänien Budapest - Ungarn Düsseldorf - Deutschland Kiyv - Ukraine Leipzig - Deutschland London - Großbritanien Minsk - Weißrußland Moskau - Russland New York - Vereinigte Staaten (USA) Paris - Frankreich Prag - Tschechien Rom - Italien Sankt Petersburg - Russland Sofia - Bulgarien Stockholm - Schweden Tel Aviv - Israel Wien - Österreich Wilna - Litauen

biographien
film
WOJCIECH MARCZEWSKI
Sprachen:  polski  english  deutsch 
Film- und Fernsehregisseur, Drehbuchautor und Produzent. Lange Jahre Dozent an der Dänischen Hochschule für Film und Fernsehen in Kopenhagen, von 1992 bis 1994 Dekan an der Regiefakultät der National Film and Television School in Großbritannien.

Ein von vielen jungen Filmemachern geschätzter künstlerischer Mentor und eine anerkannte moralische Autorität. Zu seinen Filmen gehören Dreszcze / Schauder (1981), eine der wichtigsten filmischen Auseinandersetzungen mit dem Stalinismus in Polen, oder auch Ucieczki z kina Wolnosc / Flucht aus dem Kino Freiheit (1990), ein metaphorisches Bild der Befreiung Polens vom Totalitarismus (Großer Preis des Internationalen Festivals des fantastischen Films in Avoriaz, 1992). Sein 2000 entstandener Film Weiser, ein Film über die Mechanismen des Erinnerns und über die Unmöglichkeit des Versuchs, sich als Erwachsener von seinen Kindheitserlebnissen zu befreien, bestätigten Marczewskis Ruf als einer der größten Individualisten und Stilisten des polnischen Kinos.
"Seit einigen Jahren bereits formiert sich in Polen unter großen Anstrengungen, ohne großes Aufsehen und ohne Skandale, ohne verwegene Manifeste und fast schon gegen ihren eigenen Widerstand, eine neue Gruppe junger Filmemacher. Die Filmkritik scheint diese Entwicklung nicht wahrzunehmen: Auf ihrer Jagd nach Gerüchten übersieht sie, dass zum ersten Mal seit über zehn Jahren, zum ersten Mal seit der Wende von 1989, ein wirklich unabhängiges Kino heranreift, ins Leben gerufen von einer Gruppe junger und doch lebenserfahrener, ehrgeiziger und verantwortungsvoller Filmschaffender. Sie stehen am Rande, bilden keine organisierte Formation oder Gruppe, schreiben keine schöpferischen Manifeste, sind Individualisten. Sie sehen die Welt aus einer eigenen, meist sehr persönlichen Perspektive, sind offen für andere Menschen, für die Benachteiligten und Armen. Ihre Helden sind unterwegs, auf der Suche nach Werten, für die es sich zu leben lohnt. Vieles unterscheidet sie: ihr Temperament, ihre Standpunkte, ihre Sensibilität, ihre Form. Was sie verbindet, ist ihre Überzeugung, dass sie Filme machen, weil sie etwas Wichtiges zu sagen haben, weil sie sich mit anderen austauschen wollen, denen, genau wie ihnen selbst, nicht alles egal ist. Sie versuchen ernsthaft mit ihrem Zuschauer ins Gespräch zu kommen, behandeln ihn als gleichwertigen Partner. Sie sind misstrauisch gegenüber anerkannten Autoritäten und den offiziellen Strukturen der Film- und Fernsehadministration, sie offenbaren eine heftige Abneigung, wenn es darum geht, mit der Filmkritik zusammenzuarbeiten und sich als Gruppierung oder künstlerische Gemeinschaft definieren zu lassen.

Die Wende im Bewusstsein sowohl der Zuschauer als auch der Kritiker vollzog sich vor zwei Jahren auf dem Polnischen Spielfilmfestival in Gdynia. Sämtliche wichtigen Preise gingen damals an Debütanten. Ich bin überzeugt, dass dies kein Zufall war, sondern Ausdruck einer neuen Situation und einer kreativen Unruhe unter den jungen Regisseuren. Seit mindestens fünf Jahren vertrete ich die Ansicht, dass sich die alte und mittlere Generation von Filmschaffenden verbraucht hat, und dass nur die junge Generation dem polnischen Kino eine neue Qualität verleihen und seine frühere Bedeutung zurückgeben kann. Ich bin überzeugt, dass die alten, renommierten Regisseure noch viele schöne und wichtige Filme machen werden, doch den Charakter des polnischen Kinos werden die jungen Filmemacher bestimmen - und ich meine, dass sich dieser Wandel gerade vollzieht."
(Wojciech Marczewski)
November 2005
 


top

www.culture.pl | über uns
© Copyright by Adam Mickiewicz Institut | www.iam.pl/en
Andere Internetseiten, geführt durch das Adam-Mickiewicz-Institut: www.diapozytyw.pl/en
Website architecture and programming: www.ornak.pl/en