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Anthologie der polnischen Dichtung



19.03.2010

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Biographien
Literatur
EWA LIPSKA
Sprachen:  polski  english  deutsch 
Geb. 1945 in Krakau, Lyrikerin. Aufgrund ihres Geburtsdatums und des Zeitpunkts ihres Debüts gehört sie zu der Generation der "Neue Welle", doch sie selbst sieht sich nicht als Mitglied irgendeiner Gruppe und manifestiert seit Jahren ihre künstlerische Ungebundenheit. Sie wohnt in Wien und Krakau.

Ewa Lipska erhielt u.a. den Preis der Koscielski-Stiftung (1973), den Preis des Polnischen PEN-Clubs (1992) sowie den Preis der A. Jurzykowski Stiftung. Lyrikbändchen mit einer Auswahl ihrer Gedichte erschienen in Übersetzungen ins Englische, Tschechische, Dänische, Holländische, Deutsche und Ungarische.

Wenn ihre Gedichte einen politischen Hintergrund haben, so dokumentieren sie gleichzeitig konkrete persönliche Erfahrungen, ohne den Ehrgeiz auf Verallgemeinerungen. Wenn sie die Sprache der Propaganda demaskieren, dann weisen sie gleichzeitig auf die Schwächen der Sprache an sich hin, die als menschliches Werkzeug des Erkennens und der Kommunikation verstanden wird.

Lipska betreibt eine kunstvolle Lyrik. In ihren frühen Werken, die sich mit Intellekt und Skepsis auszeichnen und oft auf Paradoxa basieren, meinten Kritiker die Einflüsse von Wislawa Szymborskas lyrischem Stil und Stanislaw Jerzy Lecs Aphorismen zu erkennen. Dieses Bild ändert sich mit der Zeit und Lipska wird immer freier in der Anwendung einer erweiterten Metaphorik und eines poetischen Konzepts, wobei sie die in den Gedichten enthaltenen Bedeutungen vervielfacht und kompliziert. Ihre Texte werden immer mehr in der "dunklen Strömung" der polnischen Lyrik angesiedelt, sowohl wegen ihrer Raffiniertheit wie auch wegen ihres konsequenten Pessimismus.

Die Phantasie (die Gedichte "ereignen sich" oft im surrealistischen Raum des Traums) scheint dem Protagonisten der Gedichte die Möglichkeit zu bieten, sich zu befreien und aus der realen Welt zu flüchten - einer Welt, die vor allem eine Bedrohung darstellt.

Bibliographie:

Gedichtsbände:
  • Wiersze / Gedichte. Warszawa: Czytelnik 1967
  • Drugi zbior wierszy / Der Zweite Gedichtband. Warszawa: Czytelnik 1970
  • Trzeci zbior wierszy / Der Dritte Gedichtband. Warszawa: Czytelnik 1972
  • Czwarty zbior wierszy / Der Vierte Gedichtband. Warszawa: Czytelnik 1974
  • Piaty zbior wierszy / Der Fünfte Gedichtband. Warszawa: Czytelnik 1978
  • Zywa smierc / Der lebendige Tod. Krakow: WL 1979
  • Przechowalnia ciemonosci / Depot der Dunkelheit. Warszawa: Przedswit / Warszawska Oficyna Poetow i Malarzy, 1985
  • Strefa ograniczonego postoju / Kurzparkzone. Warszawa: Czytelnik 1990
  • Stypendysci czasu / Stipendiaten der Zeit. Wroclaw: Wydawnictwo Dolnoslaskie 1994
  • Ludzie dla poczatkujacych / Menschen für Anfänger. Poznan: Wydawnictwo a5 1997
  • 1999. Krakow: WL 1999
  • Sklepy zoologiczne / Zoogeschäfte. Krakow: WL 2001
Ausgewählte Lyrik:
  • Dom spokojnej mlodosci / Das Haus der ruhigen Jugend. Krakow: WL 1979
  • Poezje wybrane / Ausgewählte Gedichte. Warszawa: LSW 1981
  • Nie o smierc tutaj chodzi, lecz o bialy kordonek / Es geht hier nicht um den Tod, sondern um weiße Kordonettseide. Krakow: WL 1982
  • Utwory wybrane / Ausgewählte Werke. Krakow: WL 1986
  • Wakacje mizantropa. Utwory wybrane / Ferien eines Misanthropen. Ausgewählte Werke. Krakow: WL 1993
  • Wspolnicy zielonego wiatraczka. Lekcja literatury z Krzysztofem Lisowskim / Teilhaber des grünen Windrades. Literaturlektion mit Krzysztof Lisowski. Krakow: WL 1996
  • Godziny poza godzinami / Stunden außerhalb der Stunden. Warszawa: PIW 1998
Übersetzungen:
  • Englisch: Poet? Criminal? Madman? Poems by Ewa Lipska. London-Boston: Forest Books 1991
  • Dänisch: En misanthropes ferie [Wakacje mizantropa]. Aarhus: Husets Forlag 1990
  • Französisch: Poemes. Deux poétesses polonaises contemporaines: Ewa Lipska et Wislawa Szymborska. Mundolsheim: L'Ancrier 1996
  • Deutsch: Auf den Dächern der Mausoleen. Gedichte. Berlin: Oberbaum, 1983; Meine Zeit. Mein Leib. Mein Leben. Salzburg / Wien: Residenz Verl. 1992

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