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Anthologie der polnischen Dichtung



02.09.2010

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biographien
musik
FRYDERYK CHOPIN
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Einer der bedeutendsten polnischen Komponisten.

1810

Fryderyk Chopin wird am 1. März (nach Meinung einiger Biografen am 22. Februar) 1810 in Zelazowa Wola in Masowien geboren. Sein Vater Nicolas war ein Franzose aus Lothringen, der im Jahr 1787 nach Polen übergesiedelt war, gemeinsam mit dem in seine Heimat zurückkehrenden Jan Adam Weydlich. Weydlich hatte die Landgüter des Grafen Michal Pac im Dorf Marainville verwaltet, dem Geburtsort Nicolas Chopins. Frederics Mutter, Justyna Krzyzanowska war eine entfernte Kusine der Gräfin Ludwika Skarbkowa, die ein Landgut in Zelazowa Wola besaß. Die Chopins lebten im Hintergebäude ihres Herrenhauses, Nicolas war der Hauslehrer der Söhne des Grafen. Am 23 April wird der kleine Fryderyk Franciszek Chopin in der Pfarrkirche St. Rochus im nicht weit entfernten Brochow getauft.

Am 1. Oktober erhält Nicolas Chopin eine Anstellung am Warschauer Lyzeum, die Familie zieht nach Warschau.

1816

Fryderyk erhält seinen ersten Klavierunterricht beim Musiklehrer Wojciech Zywny, nachdem er bereits gemeinsam mit seiner Mutter gespielt hat.

1817

Fryderyk komponiert sein erstes Werk, das von seinem Vater notiert wird: die POLONAISE IN B-DUR. Die kurz darauf entstandene POLONAISE IN G-MOLL wird von der Notenstecherei der Kirche der Heimsuchung der Allerheiligsten Jungfrau Maria in der Warschauer Neustadt gedruckt.

1818

Fryderyks erster öffentlicher Auftritt auf einem Wohltätigkeitskonzert: er spielt das KLAVIERKONZERT IN G-MOLL des tschechischen Komponisten Adalbert Gyrowetz.

1822

Fryderyk beendet seine Klavierstunden bei Wojciech Zywny, er nimmt Unterricht in Komposition bei Jozef Elsner und Orgelunterricht bei Wilhelm Würfel.

1824

Fryderyk verbringt die Ferien auf dem Landgut der Familie eines Schulfreundes in Szafarnia, einem traditionellen masowischen Bauerndorf. Fryderyk kommt bei dieser Gelegenheit mit der masowischen und jüdischen Folklore in Berührung, er komponiert die MAZURKA A-MOLL. In den folgenden Jahren reist er häufiger nach Szafarnia, der polnischen Volksmusik bleibt er eng verbunden.

1825

Das erste Werk, das Chopin mit einer Opus-Zahl versieht, wird veröffentlicht: das RONDO C-MOLL.

1826

Chopin studiert Komposition bei Jozef Elsner an der Hochschule für Musik der Warschauer Universität. Drei Jahre später bescheinigt ihm Elsner in seinem abschließenden Gutachten für das Ministerium: "Chopin Friderik [sic] - ein besonderes Talent, Musikgenie."

1829

Während eines Aufenthaltes in Wien gibt Chopin zwei Konzerte im Kärntnerthor-Theater. Die Wiener Presse schreibt: "Wir haben in Herrn Chopin einen der herausragendsten Pianisten kennengelernt, voller Zartheit und tiefster Empfindung."

1830

Das KONZERT FÜR KLAVIER UND ORCHESTER F-MOLL OP. 21 entsteht und wird am 17. März auf Chopins erstem eigenem Konzert uraufgeführt, im Warschauer Nationaltheater unter der Leitung von Karol Kurpinski. Maurycy Mochnacki schreibt: "Er ergibt sich ganz dem Genie seiner Musik, das er lebt, das er atmet."

Am 11. Oktober findet das offizielle Abschiedskonzert von Warschau statt, das Chopin anlässlich seiner Abreise nach Wien und später Paris (später wird sich herausstellen, dass es ein Abschied für immer ist) gibt. Auf dem Programm steht das neu entstandene KONZERT FÜR KLAVIER UND ORCHESTER E-MOLL OP. 11. Die Presse ist sich einig: "Dies ist das Werk eines Genies."

Am 2. November verlässt Chopin Warschau zu den Klängen der Kantate ZRODZONY W POLSKIEJ KRAINIE / GEBOREN IN POLEN von Jozef Elsner.

In Wien erreicht Chopin die Nachricht vom Ausbruch des polnischen Novemberaufstands (am 29. November). Seine Familie und seine Freunde raten ihm von einer Rückkehr in die Heimat ab, er selbst schreibt: "Ich verfluche den Augenblick meiner Abreise."

1831

Am 8. September wird der Novemberaufstand niedergeschlagen. Chopin macht zu diesem Zeitpunkt Aufenthalt in Stuttgart, wo er der Überlieferung nach die ETÜDE C-MOLL OP. 10, NR. 12, die so genannte "Revolutionsetüde", komponiert.

Noch im selben Monat erreicht er Paris.

1832

Chopins erstes Konzert in Paris: in der Salle Pleyel spielt er sein KONZERT FÜR KLAVIER & ORCHESTER F-MOLL OP. 21 und die VARIATIONEN ÜBER EIN THEMA AUS MOZART'S 'DON GIOVANNI' ('LÀ CI DAREM LA MANO') B-DUR OP. 2. Die Presse schreibt von einer "Wiedergeburt der Klaviermusik". Im Juli führt die bereits als Pianistin bekannte Clara Wieck die VARIATIONEN in Leipzig auf, ihr späterer Mann Robert Schumann kommentiert das Werk mit den Worten: "Hut ab, ihr Herren, ein Genie!"

1833

Im Januar wird Chopin in die Polnische Literarische Gesellschaft unter dem Vorsitz des Fürsten Adam Czartoryski aufgenommen.

Am 15. Dezember spielt er gemeinsam mit Franz Liszt und Ferdinand Hiller im Pariser Konservatorium Bachs KONZERT D-MOLL FÜR DREI CEMBALI. Hector Berlioz äußert sich enthusiastisch über sein Spiel.

1834

Chopin lehnt es ab, bei der russischen Botschaft in Paris einen Antrag auf Erteilung eines Passes zu stellen und wählt den Status eines politischen Flüchtlings. Dies bedeutet, dass er seine Heimat nie wieder sehen wird.

1835

Am 26. April spielt er im Saal des Konservatoriums mit einem Orchester das ANDANTE SPIANATO und die POLONAISE FÜR KLAVIER UND ORCHESTER ES-DUR OP. 22, der Abend wird ein großer Erfolg. Im August trifft sich Frederic in Karlsbad mit seinen Eltern, die dort auf Kur sind.

1836

Im September hält Chopin in Dresden um die Hand der siebzehnjährigen Maria Wodzinska an. Sein Antrag wird unter der Bedingung angenommen, dass er im Verlauf des folgenden Jahres seinen Lebensstil ändert und sich um seine schwache Gesundheit kümmert.

Im Oktober begegnet er in Paris, im Salon der Gräfin Maria d'Agoult, einer Geliebten von Franz Liszt, zum ersten Mal der damals zweiunddreißigjährigen George Sand. Sein Kommentar: "Was für eine unsympathische Frau."

1837

Die Familie Wodzinski löst die Verlobung zwischen Frederic und Maria auf. Auf ein Bündel mit Briefen von Maria schreibt Chopin die Worte: "Mein Unglück".

1838

Im Mai kommt es zur Annäherung zwischen Chopin und George Sand, im Juli zeichnet Eugène Delacroix ihr Doppelporträt, im Oktober fahren sie gemeinsam nach Mallorca, wo sie endgültig ein Liebespaar werden. Sie bleiben dort bis zum Februar des folgenden Jahres, eine Zeit lang wohnen sie im verlassenen Kartäuserkloster in Valldemossa. Infolge des feuchten Klimas und der kalten Jahreszeit verschlechtert sich Chopins Gesundheitszustand. Auf Mallorca vollendet er eines seiner bedeutendsten Werke, die 24 PRELUDES.

1839

Nachdem sie Mallorca verlassen haben, verbringen Chopin und George Sand noch weitere drei Monate gemeinsam in Marseille. Von dort aus unternehmen sie eine Reise nach Genua, anschließend besuchen sie das Landgut George Sands in Nohant in Mittelfrankreich. Dort entsteht die SONATE B-MOLL OP. 35 mit dem TRAUERMARSCH. Chopin beschäftigt sich mit dem WOHLTEMPERIERTEN KLAVIER von Johann Sebastian Bach.

Im Oktober kehrt er zurück nach Paris, seine Beziehung zu George Sand hält er geheim.

1840

Gemeinsam mit George Sand besucht er die Vorlesungen von Adam Mickiewicz im Collège de France.

1841

Sommerurlaub in Nohant. Chopin verbringt dort auch die folgenden Sommer bis 1846.

1842 Nach einem Auftritt in der Salle Pleyel erscheinen enthusiastische Rezensionen: "Chopin hat seinen Gipfel erreicht."

1844

Chopin trifft sich mit seiner Schwester Ludwika und ihrem Mann in Paris, sie verbringen eine Zeit gemeinsam in Nohant.

1845

Während eines Aufenthaltes in Nohant kommt es zum ersten Mal zu ernsten Auseinandersetzungen mit George Sand und ihrem Sohn Maurice.

1846

Im Februar nimmt Chopin gemeinsam mit George Sand an einem Wohltätigkeitsball der Fürsten Czartoryski zu Gunsten polnischer Emigranten teil.

Zum letzten Mal verbringt er den Sommer in Nohant, wo es erneut zu heftigen Auseinandersetzungen kommt. In dieser Zeit entstehen die NOCTURNES OP. 62 und die MAZURKAS OP. 63.

1847

In einem heftigen Streit zwischen George Sand und ihrer Tochter Solange stellt sich Chopin auf die Seite der Tochter.

1848

Am 16. Februar gibt Chopin sein letztes Pariser Konzert in der Salle Pleyel. Die Rezensionen sind enthusiastisch.

Am 4. Februar ist es zu einem letzten, zufälligen Treffen Chopins mit George Sand gekommen.

Von April bis November bereist Chopin England und Schottland, er gibt Konzerte und erteilt Unterricht.

Am 16. November spielt er in London zum letzten Mal vor Publikum.

Er schreibt seine letzten vollendeten Werke: den WALZER A-MOLL und die MAZURKA G-MOLL.

1849

Die Skizze zu seinem letzten, unvollendeten Werk, der MAZURKA F-MOLL, entsteht.

Nach zwei Lungenblutungen diagnostiziert ein Arzt am 22. Juni das Endstadium der Tuberkulose.

Am 9. August trifft seine Schwester Ludwika mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Paris ein.

Am 15. Oktober singt Delfina Potocka für Chopin. Chopin empfängt die Sterbesakramente. Er bittet darum, dass sein Herz nach seinem Tode aus dem Körper genommen und nach Polen überführt wird.

Am 17. Oktober um zwei Uhr nachts stirbt Chopin.

Am 18. Oktober wird sein Leichnam obduziert, einbalsamiert und in einer Krypta in der Kirche St. Madeleine aufgebahrt.

Am 30. Oktober finden die Begräbnisfeierlichkeiten in der Kirche St. Madeleine statt. Chopin wird auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt. Seine Schwester Ludwika bringt das Herz des Komponisten nach Polen. Es wird in einer Säule der Heilig-Kreuz-Kirche in Warschau auf der Krakowskie-Przedmiescie-Straße beigesetzt. Im Jahr 1880 versieht Leandro Marconi die Säule mit einem Epitaph.

Polnisches Informationszentrum für Musik
Polnischer Komponistenverband
März 2002
 

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